Chroma Experience

Come to the dark side

Wie, wann und wo sollte man den Dunkelmodus in Benutzeroberflächen verwenden?

Die Idee hinter dem Dunkelmodus besteht darin, das von den Geräten emittierte Licht zu reduzieren und gleichzeitig die für die Lesbarkeit erforderlichen minimalen Farbkontrastverhältnisse beizubehalten.
Was ein neuer Trend zu sein scheint, geht auf die Frühzeit von Computern und User Interfaces zurück. Computerbildschirme waren aufgrund ihrer damaligen Kapazitäten ursprünglich in einer Art "Dark Mode". Um jedoch Nicht-Programmierer zur Computernutzung zu ermutigen, wurden die Oberflächen dahingehend angepasst, dass sie dem schwarzen Text auf weißem Papier ähneln.

Heutzutage wird noch diskutiert, ob der Dark Mode die Lesbarkeit verbessert oder die Akkulaufzeit verlängert. Was wir hingegen nicht ignorieren können, ist, dass der Dark Mode für bestimmte Produkte passender ist. Spotify ist ein Beispiel eines Produkts, das nur im Dunkelmodus existiert. Wir können uns kaum vorstellen, dass es ein Light Mode Design hat. Die meisten Produkte werden heutzutage sowohl im hellen als auch im dunklen Modus entworfen und Benutzer können wählen, welcher für sie besser geeignet ist.
Wir als Designer müssen uns also bewusst sein, welche Vor- und Nachteile der Dunkelmodus haben kann und wie wir ihn entsprechend gestalten können.

PROs

  • Der Dunkelmodus spart Energie, wenn er auf OLED- oder AMOLED-Bildschirmen verwendet wird.

  • Er reduziert die Belastung der Augen beim Lesen in dunkleren Lichtverhältnissen.

  • Da der Großteil des Bildschirms dunkel ist, wird die Bildschirmreflexion reduziert, wodurch Flackern und blaues Licht minimiert werden.

CONs

  • Lesbarkeit. Je nach Kontrast kann der Dunkelmodus schwerer zu lesen sein. Dies gilt vor allem für längere Textabsätze und bei helleren Lichtverhältnissen.

  • Nicht alle Farben sind für den Dunkelmodus geeignet, daher kann es schwierig sein, vordefinierte Markenfarben zu kombinieren. Farben vermitteln auch auf dunkleren Hintergründen andere Emotionen als auf helleren.

  • Das Design kann aufgrund des Mangels an "weißem Raum" überladen wirken, da dunklere Farben nicht die gleiche Atempause bieten wie helle Farben.

  • Einige Benutzer sind nur an helle Modi gewöhnt und mögen die Dunkleren einfach nicht.

Tipps und Tricks

1. Vermeiden Sie reines Schwarz-Weiß

Die Verringerung des Kontrasts zwischen Weiß und Schwarz reduziert die Belastung der Augen:

2. Vermeiden Sie gesättigte Farben

Gesättigte Farben erfüllen oft nicht den Barrierefreiheitsstandard der WGAG. Im Gegensatz dazu verbessert die Auswahl weniger gesättigter Farben die Lesbarkeit und reduziert visuelle Vibrationen.
Da Farben sowohl im Hell- als auch im Dunkelmodus unterschiedliche Emotionen vermitteln, sollte man die Farbpalette für den Dunkelmodus anpassen und erweitern:

3. Schaffen Sie Zugänglichkeit und Kontrast

Dunkle Themenoberflächen müssen dunkel genug für weißen Text sein, um sicherzustellen, dass die WGAG-Standards eingehalten werden:

4. Wandeln Sie „Light Mode“ nicht einfach in Dark Mode um

Nur die Farbkonvertierung von den hellen in die dunklen Varianten führt zu keinem guten Ergebnis. Gestalten Sie Sowohl den Light Mode, aber auch Dark Mode einzeln und prüfen Sie ob der Kontrast überall ausreichend ist:

5. Vermeiden Sie Schatten

Schatten bei dunklen Themen erfüllen nicht den gleichen Zweck wie bei hellen Themen, daher ist es in Dark Mode überflüssig mit Schatten zu arbeiten: